Kinder zur Kultur – Die Kulturentdecker

Ein Projekt für Kinder ab 8 Jahren

25.02.2015

Mit freundlicher Förderung durch die Volksbank Donau-Neckar eG

„Die Kulturentdecker“- „Kinder zur Kultur“ eröffnen Kindern ab 8 Jahren und Jugendlichen bis 20 Jahren einen Einblick in die Fülle der europäischen Kultur, indem sie die Möglichkeit bieten (jeweils mit mindestens 1 Betreuer auf 7 Kinder und ohne Eltern), zu Theater- und Opernaufführungen zu reisen, an Benimmkursen und Aromaschulungen teilzunehmen und naturwissenschaftliche Grundlagen zu erforschen und kennen zu lernen. In einem Altersspektrum von maximal 6 Jahren Unterschied müssen sich die Kinder immer wieder auf Neues einlassen und sich zurecht finden. Sie erfahren im Gespräch, dass zum Beispiel auch Jüngere neues Wissen zu einem Thema beisteuern können. Dadurch wächst der Respekt der Kinder vor einander. Die Kinder werden nicht von Eltern oder der Schule gezwungen, sondern kommen freiwillig.

Die Idee zu diesem Projekt entstand in der Zusammenarbeit von Dr. Anja Rudolf, Fachbereichsleitung Kunst und Kultur an der Volkshochschule Tuttlingen, und der Journalistin Marion Eckert-Merkle, die bei der Südwest Presse/Die Neckarquelle für die Kiddy-Seite zuständig ist. Beide arbeiten seit vielen Jahren im Kultur- beziehungsweise Kinderbereich und waren sich schnell einig über die Notwendigkeit, Kinder für Kultur zu begeistern.
Das Projekt bietet seit 5 Jahren Kindern die Möglichkeit, ihren kulturellen Horizont zu erweitern und eröffnen Angebote, die ihnen sonst verschlossen blieben. Aufgrund des Sponsorings durch die Volksbank Donau-Neckar eG ist dies unabhängig vom finanziellen Hintergrund des Elternhauses möglich. Inhaber eines „Familienpasses“ oder Personen mit anderen Nachweisen „sozialer Bedürftigkeit“, bekommen die verbleibende Gebühr zusätzlich ermäßigt. So können Kinder unabhängig von ihrer Herkunft und dem intellektuellen Hintergrund ihrer Familie ohne Zwang Neues und für sie Ungewohntes erleben, aber auch mit dem eigenen Wissen punkten, ohne als „Besser-Wisser“ abgestempelt zu werden.
Um dies zu ermöglichen haben wir von Beginn an den Begriff „Kultur“ inhaltlich weit gesteckt. So organisieren und betreuen wir Kinder-Reisen in Theater und Opernhäuser, in Zoologische Gärten und Planetarien, bieten Benimmkurse und Aromaschulungen und naturwissenschaftliche Workshops für Kinder/Jugendliche an, um neue Interessen zu wecken oder Möglichkeiten zu bieten, das eigene Wissen ohne elterlichen oder schulischen (Leistungs-) Druck auszuweiten. Dabei steht die gesamtheitliche Sicht auf Kultur, die keine Trennung bzw. Wertung von Naturwissenschaften, Musik, Theater, Essen, Lesen etc. vornimmt, im Vordergrund. Wissenschaftliche Neugierde, Umgangsformen, Kreativität, Ernährung, all dieses verstehen wir unter Betonung der Werthaftigkeit der Lebensumstände und Bedingtheiten.
Alle Veranstaltungen, Kurse und Seminare werden bewusst auf die Bedürfnisse und Wünsche von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten. Jederzeit können Wünsche für weitere Veranstaltungen und Themen geäußert werden.
Wir legen Wert darauf, dass wir keinen „Kulturmarathon“ bieten, sondern mit Spaß und Freude einen spielerischen Umgang mit „Kultur“ eröffnen.
Die teilnehmenden  Kinder zeigen sehr schnell eine eigenständige, selbstbestimmte Sicht auf die kulturellen Veranstaltungen. Viele kommen - auch aufgrund der finanziellen Unterstützung - mit uns das allererste Mal in ein Opernhaus, ein Theater oder ein Museum. Sie erfahren Kultur nicht als elitäre Veranstaltung weniger Auserwählter, sondern als wertvolle Ergänzung und Bereicherung des Lebens. Viele kommen immer wieder mit; andere interessieren sich nur für bestimmte Themenbereiche.
Die Behauptung (heutige) Kinder wären unruhig, hektisch, nörgelig, hingen immer nur am Computer und seien unerzogen wird von den teilnehmenden Kinder vollkommen widerlegt. Jedes Kind, das nicht krank ist, kann konzentriert still sitzen, zuhören und kluge Fragen stellen, wenn man ihm zu hört, es interessiert, nicht unter- oder überfordert und einfach alles nicht immer so „bierernst“ nimmt. Obwohl die Veranstaltungen häufig viele Stunden dauern und viel Aufmerksamkeit fordern, sind die Kinder fröhlich, albern mit einander herum und finden sich unkompliziert in der immer wieder neuen Gemeinschaft zurecht und neue „Ansprechpartner“ innerhalb der jeweiligen Gruppe.

Autor: Volkshochschule Tuttlingen