Traditionsreich und modern zugleich

Baden-Württembergischer Genossenschaftsverband feiert 2015 „Jahr der Genossenschaften“

02.01.2015

Stuttgart, 02.01.2015. Anlässlich des „Baden-Württembergischen Jahres der Genossenschaften 2015“ macht der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband  (BWGV) auf die außerordentliche Bedeutung und Vielfalt seiner rund 850 Mitgliedsbetriebe aufmerksam. Über das ganze Jahr 2015 beteiligen sich zahlreiche Genossenschaften in ganz Baden-Württemberg an dem Feierjahr. Mit Tagen der offenen Tür, Generalversammlungen, Schnuppertagen für Schüler und Genossenschafts-Frühschoppen präsentieren sie den Bürgern und ihren Mitgliedern die enorme Stärke der genossenschaftlichen Rechts- und Unternehmensform. „Das genossenschaftliche Prinzip ist traditionsreich und modern zugleich“, erklärt BWGV-Präsident Dr. Roman Glaser. „Die Rechtsform der Genossenschaft besteht seit mehr als 160 Jahren und hat sich in den Höhen und Tiefen wirtschaftlicher und sozialer Veränderungen als stabil erwiesen.“


Genossenschaften bilden in vielen Regionen Baden-Württembergs das Rückgrat der Wirtschaft. Das findet auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann, und deshalb hat er die Schirmherrschaft für das „Baden-Württembergische Jahr der Genossenschaften 2015“ übernommen. „Das genossenschaftliche Geschäftsmodell ist ein Erfolgsmodell, das sich  – gerade auch in Krisenzeiten – bewährt hat“, sagt der Ministerpräsident und fügt hinzu: „Genossenschaften werden sicherlich in Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen, gerade bei wichtigen Themen wie der Energiewende, aber auch im Bildungs- und Pflegebereich oder beispielsweise beim Ausbau der Breitbandversorgung.“ Bundesweit sind gegenwärtig rund 800.000 Arbeitnehmer und 35.000 Auszubildende in Genossenschaften beschäftigt. In Baden-Württemberg bieten die Genossenschaften 35.000 Arbeitsplätze und bilden 3.500 junge Menschen aus.

Der genossenschaftliche Verbund ist mit über 20 Millionen Mitgliedern die bei weitem mitgliederstärkste Wirtschaftsorganisation in Deutschland, womit nahezu jeder vierte
Bundesbürger Mitglied einer Genossenschaft ist. Im Südwesten ist sogar jeder dritte Einwohner Genossenschaftsmitglied. Baden-Württemberg ist somit das Land mit der bundesweit größten Genossenschaftsdichte. Rund 850 Genossenschaften mit 3,8 Millionen Einzelmitgliedern sind unter dem Dach des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands (BWGV) zusammengeschlossen. Bereits 2012 hatte die Vollversammlung der Vereinten Nationen das „Internationale Jahr der Genossenschaften“ ausgerufen, um auf die weltweite Bedeutung von Genossenschaften für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung aufmerksam zu machen. Weltweit gibt es 800 Millionen Genossenschaftsmitglieder in mehr als 100 Ländern. Mehr als 100 Millionen Arbeitsplätze werden von Genossenschaften bereitgestellt.

Mit dem „Baden-Württembergischen Jahr der Genossenschaften 2015“ will der BWGV zeigen, wie vielfältig und zukunftsorientiert Genossenschaften sind: „Die eingetragene Genossenschaft (eG) bietet sich insbesondere an, wenn Wirtschaftsakteure ihre Kräfte bündeln und die Vorteile der Kooperation nutzen möchten, ohne dabei ihre Eigenständigkeit aufzugeben“, erklärt Roman Glaser. Dies geschieht gegenwärtig vermehrt unter Freiberuflern, in den Bereichen Pflege und neue Wohnformen, bei der örtlichen Nahversorgung, im Bereich Bildung und bei der Erzeugung und dem Vertrieb erneuerbarer Energie. Entsprechend rechnet Glaser mit weiteren Gründungen in den kommenden Jahren – auch in den Städten und Ballungszentren. „Genossenschaften stehen für Vielfalt und Stärke – sowohl in urbanen Gebieten als auch im ländlichen Raum“, erläutert Glaser.

In den vergangenen zehn Jahren sind allein in Baden-Württemberg rund 250 neue Genossenschaften gegründet worden. „Die vielen Gründungen zeigen, wie hervorragend sich unsere Unternehmensform für viele Geschäftsideen und zur Bewältigung von Zukunftsherausforderungen eignet“, sagt der BWGV-Präsident. Die Vielfalt an genossenschaftlichen Unternehmen in Baden-Württemberg ist enorm: Sie reicht von den Handelsriesen Intersport und Euronics bis zum Landgasthof, Dorfladen oder zur genossenschaftlichen Schule. Vermehrt gegründet werden auch Ärztegenossenschaften, Kooperationen für Berater, Gärtner und Druckereien sowie Schwimmbad- oder Kino-Genossenschaften. „Die eingetragene Genossenschaft ist perfekt zur Bewältigung vieler Zukunftsherausforderungen geeignet“, betont Glaser.